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Tuesday, May 23, 2006

Englische Sprachbesonderheiten Teil 1

Wie das so ist, man denkt man kann eigentlich schon ganz gut Englisch (und das bevor ich auf die Insel gegangen bin) und dann steht man in einem Pub und versteht nicht mal mehr die Hälfte von dem was der eine oder andere sagt. Und warum ist das so? Weil hier die 'coolen' Sprücheklopfer "Cockney Rhyming Slang" sprechen und dabei noch einen leichten Dialekt haben. Wahrscheinlich vergleichbar mit dem Ur-Münsteraner, der auf Masematte den Max macht und nebenbei Westfälisch nuschelt. Cockneys werden heutzutage die 'echten Londoner' genannt, ursprünglich aber sind Cockneys Leute, die in Hörweite der Glocken der Kirche Saint-Mary-le-Bow in der City of London geboren wurden, einer klassischen Unterschichtgegend des 19. Jahrhunderts. Hinzu kommt dann noch der "Estuary English Dialect", der dem Cockney Dialekt recht nahe kommt, der hier in Essex gesprochen wird. Im Prinzip kann man sagen, dass das ein genuscheltes Englisch ist, wie unser westfälisches "Watt'n datt" und grammatikalisch auch nicht immer korrekt ist "Did you buy them beans in Tesco's?", also ähnlich wie "ich komm heut nicht mehr nach Büro hin". Sobald man dann weiß, dass beim Estuary Englisch das "t" nicht gesprochen wird und ein "l" irgendwo im Rachen verschwindet (das ist mal ein geiler Link, oder?) und das berühmte "th" zum "f" wird (z.b. Sarfend für Southend) gehts einigermaßen.

Aber zurück zum Cockney Rhyming Slang. Anfangs dachte ich, ich würde verarscht, als man mir am Telefon sagte, dass der, den man eigentlich sprechen will, gerade am "dog and bone" ist ("He is currently on the dog and bone", can he call you back?). Dog and bone reimt sich auf telephone und ersetzt dieses. Der Reim besteht also immer aus mind. zwei Wörtern. Das geht ja noch, denk ich mir so, weil man kann dann ggf. aus dem Kontext erraten, was es sein soll. Denkste! Denn dann kommt die Steigerungsform, die etwas "verschlüsselter" ist und man ein wenig Vorwissen benötigt, weil einfach der letzte Teil des zweiteiligen Reims einfach weggelassen wird. Zum Beispiel bubble bath für laugh, nur dann ohne das bath (Bsp. Are you having a bubble? Bubble = Laugh in dem Fall, also frei übersetzt: "Machst Du Dich lustig?"). Und davon gibt es wahnsinnig viele. Unter anderem dann auch eine Kombination, die sich auf mehrere Sachen reimt. Es ist aber nicht so, dass das nur gesprochen wird. Es gibt halt ein paar populäre und allgemein bekannte, die so in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind, z.B. "Have a butcher's" (butcher's hook = look; also "Guck mal"). Ursprünglich war der Rhyming Slang eine Erfindung der Gangster und Gauner mit dem Ziel eine Art Geheimsprache zu haben, die die Polizei nicht versteht. Heutzutage sind einige Ausdrücke schon salonfähig und haben es wahrscheinlich schon ins Oxford Dictionary geschafft, welches lt. spiegel.de-Artikel wesentlich dynamischer sei als der Duden. Ob das gut, oder schlecht ist, ist Ansichtssache.


Eine sehr interessante Dokumentation über die Sprache in England war/ist die BBC Reihe "Voices". Sowas wäre auch mal für Deutschlands Dialekte interessant.

5 Comments:

  • At 6:05 pm GMT+2, Blogger JP said…

    Warum lernt man die wirklich wichtigen Sachen nicht in der Schule? Die Redewendungen und Formulierungen aus den 80er-Jahre Schulbüchern dienen höchstens zur Belustigung, falls man sich vor Ort mal mit seinem Oxford/Deutschland-Englisch-Verschnitt unters Volk traut.

     
  • At 3:45 am GMT+2, Blogger Karsten said…

    Weil die Lehrer das beim Studieren wahrscheinlich auch nicht gelernt haben?! Und es gibt eindeutig zuviel americanophile Englischstudenten und Lehrer. Zumindest sagt auch der Engländer, dass das amerikanische Englisch schon einfacher gestrickt ist, als das britische.

    How do you do?

    Ansonsten ist der Engländer sehr kulant was den "Oxford/Deutschland-Englisch-Verschnitt" angeht. Ich weiß immer, dass ich Mist gelabert habe, wenn mein Gegenüber sagt: "I know what you mean!" Dann hat man in jedem Fall irgendeinen Bockmist erzählt. Verbessert wird man aber nur, wenn man konkret danach fragt.

     
  • At 3:46 am GMT+2, Blogger Karsten said…

    Markus,

    sorry auch, dass Dein Kommentar dran glauben musste! Kannst Dich gerne wiederholen ;o)

     
  • At 5:32 am GMT+2, Anonymous Anonymous said…

    Really amazing! Useful information. All the best.
    »

     
  • At 10:14 pm GMT+2, Anonymous Anonymous said…

    I find some information here.

     

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