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Sunday, July 02, 2006

The National Trauma - Penalties

Ja, es wissen ja bereits alle: England scheiterte mal wieder im Elfmeterschiessen in einem großen Turnier. Nach den verlorenen Elfmeterschießen 1990 bei der WM und 1996 bei der EM beide Male im Halbfinale gegen Deutschland, 1998 bei der WM im Achtelfinale gegen Argentienen und 2004 im Viertelfinale (auch) gegen Portugal wusste ganz England im Prinzip schon, dass man im Elfmeterschießen sicherlich nicht weiterkommt. Es war schon fast komisch mitzuerleben, wie alle schon vor den einzelnen Schüssen sagen konnte - was eigentlich Galgenhumor sein sollte und nicht bestätigt werden wollte - wer trifft und wer daneben schießt. O-Ton war in etwa, dass Gerrard und Lampard im Verein jeden Elfer wegmachen, aber nie in der Nationalmannschaft - und das war bevor die Elfmeter getreten wurden. Dabei standen die Chancen nicht schlecht, dennoch weiter zu kommen, denn Portugal war ja auch miserabel im Elfmeterschießen. Sollte es Portugal bis ins Finale schaffen, was ich nicht glaube, und auf Deutschland treffen und das ganze im Elfmeterschießen enden, habe ich jedenfalls keine Sorge, dass Deutschland nach 1990 zum 4. Male Weltmeister wird.

Meine Meinung ist ja, dass es selten so offensichtlich war, dass der Trainer durch die gewählte Taktik, aber auch durch die gewählten Spieler, die er mit zur WM genommen hat für das Scheitern einer Mannschaft verantwortlich ist. Im Prinzip war es "Sven" (wie er hier nur genannt wird) wahrscheinlich egal, wie es hier ausgehen wird, da schon vorher feststand, dass er nach der WM nicht mehr Englands Nationaltrainer sein würde. Nach seinen Eskapaden und Frauengeschichten (meint man gar nicht, wenn man ihn sieht) war das der Kompromiss zum direkten Rauswurf vor einigen Monaten, nachdem er sich mit der Führung der FA überworfen hatte. Geliebt wurde er schon lange nicht mehr (Die Liebe fing an mit dem 5:1 über Deutschland bei der WM Qualifikation 2001) und um den Respekt zurück zu erlangen, hätte er schon Weltmeister werden müssen, um alle Lügen zu strafen.

Mann des Spiels war Owen Hargreaves. Von den Engländern vorher als Canadian verhöhnt, wurde er zum besten Spieler der Engländer und hat auch mich überzeugt, obschon ich ihn vorher überhaupt nicht leiden mochte (er spielt halt bei Uli)...

"Despite England's loss in penalties, Owen Hargreaves was named Man of the Match. The Canadian - who some had said early on did not deserve his place on the side - played inspired football, making a number of key tackles in the midfield while creating scoring chances up front with his pace and hard work. At one point, English fans chanted "there is only one Owen Hargreaves."


Als ich dann gestern auf meinem Holländer nach Hause geradelt bin, sind alle mit hängenden Fahnen und Gesichtern nach Hause getrottet... Kommentare heute in den (Online-)Zeitungen:

UPDATE: Für die weniger anglophilen Leser: Engl. Pressestimmen bei spiegel.de

The Guardian

Daraus:
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The World Cup in numbers

16 Number of hours German police officers in Dachau spent learning useful phrases in English for dealing with England fans, such as 'you are under arrest' and 'I need to search you'.

50,000 Number of two-and-a-half pint glasses in the shape of the World Cup trophy bought at Tesco in the past three weeks. 'The most patriotic place seems to be Tunbridge Wells,' says a spokesman.

8.8 Average mark (out of 10) that visiting supporters have given Germany for their hospitality during the World Cup.

45m Number of sausages sold by Tesco to lightly char on the 7.5 million disposable barbecues bought at the store since the competition began.

20% Reduction in people shopping at 4pm yesterday compared with a normal Saturday.

4m Number of cans and bottles of beer bought at Sainsbury's yesterday.
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The Sun:

ENGLAND suffered World Cup penalty shootout heartache AGAIN as they crashed out to Portugal in the quarter-finals.

Des Sun-Lesers Meinung

2 Comments:

  • At 9:48 pm GMT+2, Anonymous Andreas said…

    Hi Karsten,
    du haust aber immer ordentlich Text in deine Beiträge, Kompliment! Wir wurde eigentlich das Ausscheiden der Deutschen in England verfolgt, gefeiert, etc.?

     
  • At 10:44 am GMT+2, Anonymous Karsten said…

    Nee, überhaupt nicht. Es wird absolut anerkannt, dass die Deutschen in kürzester Zeit eine top Mannschaft aufgestellt haben. Es gibt quasi ein wenig Mitleid, dass ein so hervorragender Gastgeber es nicht ins eigene Endspiel geschafft hat. Man hätte es den Deutschen gegönnt. Letztenendes sind Nordeuropäer den Engländern näher als die Südeuropäer.

    Meiner Erfahrung nach ist Frankreich hier auch mehr "verhaßt" als Deutschland. Dennoch war gestern die Mehrheit des Landes dafür, dass Frankreich ins Endspiel kommt. Was aber wahrscheinlich mehr daran liegt, dass England gegen Portugal unglücklich ausgeschieden ist. Christiano Ronaldo war übrigens überaus beliebt bei den Jungs im Pub gestern... nicht wirklich natürlich.

     

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